Paulinerkirche Göttingen

Paulinerkirche Göttingen Universität Bibliothek Umnutzung

Geschichte

Die Paulinerkirche in der Altstadt Göttingens blickt auf eine lange und abwechslungsreiche Geschichte zurück. Die gotische Hallenkirche wurde 1331 als Klosterkirche des Dominikanerklosters eingeweiht. Ab Anfang des 16. Jahrhunderts wurde sie im Zuge der Reformation dann vor allem für lutherische Gottesdienste genutzt. Bereits mitte desselben Jahrhunderts wurde der Sakralbau dann aber säkularisiert und beherbergte für zwei Jahrhunderte eine weiterführende Schule.

Mit Gründung der Göttinger Universität wurde die Kirche schließlich 1734 offiziell als Universitätskirche umgewidmet, drei Jahre später fand hier die festliche Eröffnung der Bildungseinrichtung statt. Durch die stetige Erweiterung des Bibliothekbestandes wurde Anfang des 19. Jahrhunderts eine Zwischendecke eingebracht, um die Paulinerkirche als Saalbibliothek nutzen zu können.

Nach starker Zerstörung im zweiten Weltkrieg und anschließendem Wiederaufbau wurde die Kirche zeitweise als Hörsaal genutzt, bis sie von 2000 – 2006 dem historischen Vorbild nach umfassend saniert wurde. Seit der Wiedereröffnung sind hier nun wichtige wissenschaftliche Werke untergebracht, zudem dient die Paulinerkirche als Ort wissenschaftlicher und kultureller Veranstaltungen.

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architektur

Wie für den Dominikanerorden typisch wurde die Kirche als dreischiffige Hallenkirche erbaut. Die Höhe des Ursprungsraumes lässt sich heute durch die nachträglich eingesetzte Zwischendecke nur noch erahnen. Haupt- und Seitenschiffe sind mit einem Kreuzgewölbe überspannt. Die Architektur besticht sowohl von außen als auch im Innenbereich durch ihre schlichte, zurückhaltende Gestaltung. Die gotischen Formen und Proportionen treten dadurch in den Vordergrund.

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sanierung

Die Sanierung des Innenraumes wurde auf Basis des historischen Erscheinungsbildes vorgenommen.

Das Mittelschiff bleibt über die gesamte Kirchenlänge leer, das Kircheninnere bleibt so als ein monumentaler Hallenraum erlebbar. Die Atmosphäre des großen, beeindruckenden gotischen Saales bleibt somit, trotz der Zwischendecke, erhalten. Die Vitrinen mit den historischen Beständen der Universität werden zwischen den tragenden Säulen im Hauptschiff verortet. Damit nehmen sie die Struktur der Architektur auf und unterstreichen die Trennung von Haupt- und Seitenschiffen. Auch im ehemaligen Chorbereich sind an den Seitenwänden Vitrinen eingebracht.

Die Vitrinen beinhalten neben den Büchern auch Flächen für wechselnde Ausstellungen mit Bezug zur Georg-August-Universität.

Wie im historischen Bau nehmen sich Farbe und Material stark zurück. Die inneren Wände sind wie die eingebauten Vitrinen komplett in weiß gehalten und verschmelzen zu einer Haut, die sich über die Architektur legt und den Besucher einhüllt. Einen Kontrast dazu bildet der warme durchgängige Parkettboden, der dem Raum Ruhe und Wärme verleiht.

Durch zwei durchgängige Lichtschienen wird der Hallencharakter des Raumes verstärkt. Indirekte Bestrahlung setzt zudem das Kreuzgewölbe in Szene, während Strahler gezielt die Vitrinen, sowie die historischen Büsten berühmter Professoren der Universität beleuchten. Insgesamt entsteht ein ehrfürchtiger Raum, der die ursprüngliche Architektur der Kirche unterstützt und mit den ausgestellten, historisch wertvollen Bücherbeständen der Universität verbindet.

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