St. Ursula Hürth

St. Ursula Hürth, Böhm Chapel

Geschichte

Der Stadtteil Kalscheuren der Stadt Hürth entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einer Bauernsiedlung hin zu einem Industriestandort, wodurch die Bevölkerung ein starkes Wachstum erfuhr. In den 1920er Jahren wurde daher zuerst eine Notkirche errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg reichte diese Notkirche nicht mehr aus, zudem war sie beschädigt worden. Mit der Einrichtung einer eigenen Pfarrei für Kalscheuren wurde 1952 schließlich der Plan des Kirchenneubaus gefasst, welcher 1956 eingeweiht wurde.

Bis zur Zusammenlegung der Gemeinde mit zwei anderen Pfarrgemeinden Anfang des neuen Jahrtausends wurde St. Ursula als Pfarrkirche genutzt. Nach der Zusammenlegung wurde die Kirche 2006 profaniert und an eine Immobilienentwicklungsfirma veräußert.

2010 kaufte der bekannte Kunsthändler Rafael Jablonka das Sakralgebäude, welches nach einem denkmalgerechten Umbau unter dem Namen ‚Böhm Chapel‘ als Ort für wechselnde Kunstaustellungen dient. Bei den Ausstellungen handelt es sich um namhafte Künstlerinnen und Künstler aus der gesamten Welt, unter anderem Julian Schnabel, Eric Fischl oder Norbert Tadeusz. Ab dem 30.04.2023 werden Arbeiten der Fotografin Candida Höfer gezeigt. Die Böhm Chapel ist am Wochenende für Besucher frei zugänglich.

St. Ursula Hürth, Böhm Chapel

Architektur

Bei dem Sakralgebäude handelt es sich um ein sehr bedeutendes Kirchengebäude aus der Nachkriegszeit nach einem Entwurf von Gottfried Böhm. Es ist eine der ersten zentralistischen Kirchen, die nicht entlang einer Achse geplant sind, sondern sich von einem zentralen Punkt in alle Richtungen gleichmäßig entwickelt. Bei St. Ursula äußert sich dieses Prinzip, welches die Ergebnisse des zweiten vatikanischen Konzils gewissermaßen voraussah, in einem kreisförmigen Grundriss, der durch sechs halbkreisförmige Konchen ergänzt wurde.

Über den Grundriss spannt sich ein kuppelartiges Dach, welches nicht auf den Außenwänden aufliegt, sondern von einem außerhalb liegenden Säulenkreis getragen wird. Dadurch entsteht ein dünnes, durchgehendes Lichtband zwischen Außenwand und Dach, welches dem Innenraum einen besonderen Charakter verleiht. Zwischen den Konchen erstrecken sich ebenfalls raumhohe Verglasungen, die durch Eisenstränge an Fischernetze erinnern und den Innenraum mit zusätzlichem Tageslicht versorgen. Die Decke wurde von Innen mit Schindeln aus Zedernholz belegt, welche die kreisförmige Deckenstruktur betonen und dem Raum eine gewisse Wärme verleihen. 1993 wurde das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

St. Ursula Hürth, Böhm Chapel

Aufgrund der strengen Denkmalschutzauflagen eignete sich die Nutzung als Ausstellungsort sehr gut. Für den Umbau wurden lediglich die Erhöhung von Alter- und Taufbereich entfernt, so dass der gesamte Innenraum auf einer Ebene liegt. Der Architekt Gottfried Böhm begleitete den Umbau und gab auch seine Zustimmung zum neuen Namen ‚Böhm Chapel‘.

Weitere Informationen

www.boehmchapel.com

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